SEO Copywriting - 5 Einfache Wege um den Output zu vervielfachen
11:22 pm Uhr
In der letzten Woche wurde ich mehrfach gefragt, wie ich zu so einer relativ hohen Postingfrequenz komme. Manch einer meint sogar, ich hätte zu viel Zeit.
Da ich aber jeweils nur 1-2 Stunden pro Tag mit Schreibarbeit zubringe, liegt der für SeoFreak.de betriebene Copywriting -Aufwand in einem vertretbaren Rahmen und der daraus resultierende Content wirkt sich letztendlich nur Positiv auf die Reichweite von seofreak.de aus.
Franks Kommentar zu meinem Artikel Blackhat, Pornos und was Schlafentzug anrichten kann brachte mich auf die Idee, Euch ein paar Wege zu zeigen, mit denen Ihr lernen könnt, Eure Kreativität zu koordinieren und so effizienter zu schreiben.
“Content is king - Good Content beats Bad Content”, damit läßt sich wohl kurz und knapp das Paradigma aller (WhiteHat-) SEOs zusammenfassen. Und da durch Copywriting einer bemerkenswerter Teil des verlinkenswerten Content im Netz entstanden ist und weiterhin entstehen wird, gehören Copywriting und SEO unmittelbar zusammen.
Viele SEOs, die im kleinen Rahmen operieren oder von Natur aus passionierte Schreiber sind, nehmen diese Aufgabe selbst in die Hand. Aus diesem Grund möchte ich jedem angehenden Schreiber zu allererst ein Buch ans Herz legen. Ja, ein echtes Buch. Kein PDF. Dorothea Brande - Schriftsteller werden (dies ist kein Affiliate Link. Der ist hier für alle, die SeoFreak.de unterstützen möchten. ;-)). Das Buch ist ein Evergreen und jeder Schreiberling sollte es gelesen haben, egal ob erfahrener Autor/Blogger oder Anfänger. Wenn Ihr es Euch nicht kaufen wollt, leiht es von einem Bekannten oder aus der Bibliothek, ernsthaft.
Für die Zwischenzeit bis das Buch angekommen ist, möchte ich einiges Zusammenfassen, was sich dem Buch entnehmen lässt.
1. Schreibtraining - Feste Zeiten für Schreibübungen festlegen und diese einhalten
Einer der besten Wege, um die eigene Produktivität zu steigern, ist ein intensives Schreibtraining, das man mit eiserner Disziplin durchziehen sollte. Das Prinzip ist einfach:
- Man schreibt möglichst direkt nach dem Aufstehen exakt fünfzehn Minuten lang ohne darüber nachzudenken über alles, was einem durch den Kopf geht.
- Man schreibt außerdem zu einer festen Tageszeit exakt fünfzehn Minuten lang alles, worauf man gerade Lust hat oder was einem einfällt. Der Zeitpunkt ist frei wählbar, sollte aber nachträglich nicht geändert werden.
In den ersten Tagen kann einem das recht mühseelig vorkommen, aber es lohnt sich. Nicht nur, dass ihr teils einige sehr eigenartige und witzige Dinge produzieren werdet - Viele Anfänger werden merken, dass man auf diesem Weg schnell die “Angst vor dem leeren Blatt” verliert. Man produziert in diesen fünfzehn minütigen Schreibsessions von Woche zu Woche mehr und das Gehirn stellt sich darauf ein, in jeder erdenklichen Situation vernünftige Texte zu formulieren. (Deshalb ist es auch so wichtg, den Zeitpunkt für die zweite Schreibsession des Tages nicht zu verlegen, wenn es nicht um wirklich wichtigere Dinge geht.)
2. Go Schizo - Teilt Euch in zwei Persönlichkeiten
Das mag im ersten Augenblick eigenartig klingen. Letztendlich ist es aber ein cleverer Trick, um das eigene Gehirn und einige störende Marotten beim Schreiben zu überwinden. Zum Beispiel kommt es all zu oft vor, dass Ihr Euch während des Schreibens selbst kritisiert und Euch so hoffnungslos in einem angefangenen Absatz festfahrt. Um dieses Problem auszuschalten, müsst Ihr Eure Persönlichkeit als Autor in zwei Rollen aufteilen. Den Kreativen und den Analytiker.
Während Ihr schreibt, müsst Ihr einfach den Analytiker in Euch - den Kritiker, der Euch beim Schreiben ewig reinredet - mundtot machen. Schreibt einfach hintereinander weg, ohne von Eurem Ziel abzukommen. Rechtschreibung und und konkrete Formulierungen spielen beim Rohbau noch keine Rolle. Es ist in diesem Moment nur wichtig, nicht den Faden zu verlieren und zum Ziel zu gelangen.
Sobald Ihr das Grundgerüst Eures Artikels verfasst habt, könnt Ihr Euch dann in Ruhe um Rechtschreibung, einzelne verunglückte Formulierungen, detailliertere Ausarbeitungen, also so zu sagen den Feinschliff kümmern.
3. “Visualisieren und angreifen” - In Schreibübungen spezifische Sachverhalte beschreiben
Stellt Euch eine Situation bildlich vor. Zum Beispiel, dass eine Person den Raum betritt, oder ein Blatt, wie es von einem Baum fällt, oder Matt Cutts, wie er zwei Spammer erledigt. Und nun nehmt Ihr Euch diese Situation vor und schreibt darüber in Euren täglichen Schreibübungen. Schreibt ein paar Tage lang verschiedene Varianten dieser Situationsbeschreibung und Ihr könnt bald beobachten, wie Ihr von Tag zu Tag bessere Formulierungen verwendet und das Geschehen detailgetreuer wiedergebt.
In dem Buch finden sich unzählige weitere hilfreiche Tricks und Trainingsstrategien für angehende Copywriter und Autoren. Damit dieser Artikel aber nicht zu einer puren Rezension verkommt, möchte ich auch noch zwei Weisheiten von mir anfügen, die ebenso dazu beigetragen haben, dass sich meine Schreib-Effizienz gesteigert hat:
4. Ideen sammeln - Nicht jeder Artikel muss sofort geschrieben werden
Ausserhalb der “Schreib-Phasen” beschäftige ich mich mit beruflichen Projekten, lese abonierte Feeds und tue dies und jenes. Dabei kann es jederzeit vorkommen, dass mir Themen einfallen, über die man schreiben könnte.
Leider ist es selten so, dass man unmittelbar die Gelegenheit hat, um diese “Geistesblitze” in einen Artikel umzusetzen. Wenn ich gerade vorm Rechner sitze, ist dies kein Problem. Neue Ideen werden kurzerhand als Draft in Wordpress hinterlegt und später kann man sich um die Komplettierung kümmern. Natürlich gibt es auch sehr viele Momente, in denen man gerade nicht vor dem Rechner sitzt. In diesem Fall bietet es sich dann an, die Idee im Mobiltelefon zu speichern und später in Wordpress oder wo auch immer zu “draften”.
Es gibt aber auch einfache Methoden, um gezielt auf Themen zu kommen, über die sich schreiben lässt. Erstmal sollte man sich anschauen, worüber andere Leute in der anvisierten Nische zur Zeit sprechen. Hierfür gibt es verschiedene Quellen:
- (anderssprachige) Fachbezogene Foren
- (anderssprachige) Fachbezogene Blogs
- (anderssprachige) Fachbezogene Presse, Zeitschriften, Magazine, Publikationen
- (anderssprachige) Fachbezogene Messe-Veranstaltungen, Conventions
Sobald Ihr ein interessantes Thema gefunden habt, macht Ihr Euch automatisch Gedanken darüber. Ihr bildet Euch eine Meinung zu verschiedenen Sachverhalten. Nun bieten sich einige Möglichkeiten, diese Themen aufzugreifen. Zum Beispiel könnt Ihr weitere Details anfügen, eine These aufgreifen und diskutieren oder aus einer Meldung über ein neues Tool ein buntes Tutorial
zur Installation oder Anwendung machen. Was Ihr daraus macht, richtet sich nach Euren Interessen. Obendrein ist diese Art der Ideenfindung prima Linkbait, aber das ist ein anderes Thema.
Wenn Ihr nicht sofort Zeit habt oder ein Thema interessant findet, aber noch keine exakte Verwendung dafür habt, könnt Ihr euch ein Draft anlegen mit einer aussagekräftigen Überschrift und dem Link zur Quelle im Content und vielleicht ein paar Notizen. Wenn Ihr später etwas mehr Zeit habt oder Euch nun einen exakten Plan gemacht habt, könnt Ihr den Artikel dann bequem schreiben, ohne alles neu zusammensuchen zu müssen.
5. Nobody is perfect - Zermartert Euch nicht an Details
Oft genug hab ich Texte “zerschrieben”, während ich versuchte, sie meinen eigenen Ansprüchen genüge zu machen. Es funktioniert so nicht. Ihr werdet niemals in der Lage sein, alle Details zu einem Thema zu erfassen und alle Blickwinkel eines umstrittenen Themas abzudecken und das ist auch nur selten wirklich nötig. Wenn Ihr spezifisches Detailwissen einbringen wollt, könnt Ihr dies zum Anlass für einen späteren Artikel nehmen.
Das solls fürs Erste gewesen sein. Vermutlich hat jeder noch so seine speziellen eigenen Methoden, um sein Können effizient einzusetzen. Trotzdem sind die oben genannten Ratschläge für jedermann anwendbar und in jedem Fall hilfreichfür jeden, der Probleme mit dem Füllen einer leeren Seite hat. Wenn ich Euch damit weiterhelfen konnte, lasst es mich gerne wissen. Weitere Weisheiten folgen eventuell später.








Kommentare (8 Kommentare)
Daniel / October 28th, 2006, 6:42 pm / #
Danke für den interesanten Artikel und Buchtipp. Ich habe mir das Buch direkt bestellt.
jörg / October 29th, 2006, 1:39 pm / #
nice
ich beziehe ideen oftmals aus suchphrasen.. manchmal sind sie kurios, so dass ich sie aufgreife.
wobei ich finde, dass die besseren artikel auch immer etwas hirnschmalz und damit zeit brauchen.
schönen sonntag
jörg
SeoFreak / October 29th, 2006, 1:45 pm / #
Daniel, gute Entscheidung.
Du wirst Deine Freude damit haben.
Jörg, ich gebe zu, dass mich der Beitrag dann doch mehr als zwei Stunden gekostet hat.
Das mit den Suchphrasen ist natürlich auch ein Ansatz.
Noch ein Punkt, den ich im Artikel nicht erwähnt habe, ist das Aufgreifen aktueller Ereignisse - Bestes Beispiel der letzten Zeit war wohl Steve Irwin und sein Tod.
Jörg / October 29th, 2006, 7:29 pm / #
aktuelle ereignisse.. mh… die führen dann aber gerne zu regelrechten “seo contests”. ich bleibe mir doch da am liebsten selbst treu.
dann ist ja auch noch die frage, ob es wirklich etwas ist was dich selbst interessiert. steve irwins tod hat mich persönlich nicht brennend interessiert. der artikel wäre dann halbherzig geworden. das ist auch nix.
ein beispiel für content aus einer suchphrase - norton ghost 10.
ich hab in einem artikel mal davon gesprochen bzw. schrieb den artikel während ghost rödelte, wurde dann plötzlich mit “tutorial norton..” gefunden - na dann hab ich halt eins geschrieben.
SeoFreak / October 31st, 2006, 3:46 pm / #
Alter Schwede. Da muss ich diesen Text erst von einer völlig unbedarften Person gegenlesen lassen, um festzustellen, dass es das Wort “Copywrighting” überhaupt nicht gibt.
Okay, ich schäme mich ein bisschen. Aber nur ein bisschen, denn Fehler sind dazu da, um gemacht zu werden.
Allerdings frage ich mich, wieso mich keiner darauf hingewiesen hat. Mochtet Ihr die Wortschöpfung? Habt Ihr mich hinter meinen Rücken ausgelacht oder hättet Ihr es am Ende gar nicht gemerkt, würde ich jetzt nicht unter Schamesröte diese Zurechtbiegung verbrechen?
Erzählt mal.
Daniel / October 31st, 2006, 10:53 pm / #
Mir ist es aufgefallen, als ich herausfinden wollte was ‘Copywrighting’ ist. Als ich dann rausgefunden habe, daß es eigentlich ‘Copywriting’ heißt, hatte mich allerdings die Motivation verlassen der Bedeutung nachzugehen. Aber du kannst sie mir ja jetzt sicherlich verraten
PS: ich habe in den letzten Tagen schon schlimmere Rechtschreibfehler gesehen
SeoFreak / October 31st, 2006, 11:26 pm / #
Grob übersetzt ist es der englische Ausdruck für professionelles Texten.
Schau mal hier im
Leo
Daniel / November 1st, 2006, 12:32 am / #
thx
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